Beschreibung
In der Vorbereitung auf Familienaufstellungen haben sich die persönliche Erstellung und gemeinsame Auswertung von Genogrammen bewährt. Die graphische Darstellung einer über mehrere Generationen reichenden Familienkonstellation dient der Rekonstruktion von Mustern, die die familiären Akteure in ihrer Lebenspraxis immer wieder hervorbringen. Sie ermöglichen eine enorme Komplexitätsreduktion und dienen in der systemischen Beratungsarbeit der Hypothesenbildung und dem Fallverstehen. Genogramme lassen sich auf inspirierende und erhellende Weise mit Familien- und Systemaufstellungen verbinden.
In der Aufstellungsarbeit nutzen wir die große menschliche Fähigkeit, sich in andere, ihre Familiensysteme und andere Beziehungswelten einzufühlen. Mithilfe der repräsentierenden Wahrnehmung können Systemdynamiken, einengende familiäre oder berufliche Interaktionsmuster in bewegenden Aufstellungsbildern angeschaut und neu verstanden werden. In einem lösungsorientierten Ritual werden bekömmlichere Konstellationen und Positionen direkt erfahren.
Im Seminar entwickeln die Teilnehmer*innen passend zu den Kontexten, in denen sie arbeiten, Leitfragen zur Auswertung von Genogrammen. Sie trainieren ihre Wahrnehmung und nutzen die Aufstellungen als kleine Lehrstücke für das Verstehen menschlicher Systeme. Sie erleben hautnah, dass schon kleinste Haltungsänderungen Auswirkungen auf Beziehungen haben und entdecken dabei neue Handlungsmöglichkeiten für sich selbst oder ihre Klienten. Es können eigene familiäre, persönliche oder berufliche Anliegen und Konflikte, Herzenswünsche, wichtige berufliche Entwicklungsthemen wie auch Projekte aufgestellt werden.
Das Seminar beinhaltet:
- Theorie und Praxis in der Auswertung von Genogrammen
- Entwicklung von Leitfragen
- Möglichkeiten und Orte mit Genogrammen zu arbeiten
- Geschichte und Praxis der Familien- und Systemaufstellungen
- Eine Grammatik der Aufstellungsarbeit (n. Varga v. Kibéd und Sparrer)
- Familiensysteme und aufstellungsrelevante Dynamiken
- Rituelle Sätze als ritualdynamische Interventionen
- Systemebenenwechsel in beruflichen Aufstellungen
- Integration von aufstellungsbasierten Elementen in verschiedene Beratungs- und Therapiekontexte
Arbeitsmethoden
Vortrag, Diskussion, Kleingruppenarbeit, Aufstellungsarbeit, praktische Übungen, hoher Selbsterfahrungsanteil!
Zielgruppe
Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzte, Fachkräfte aus psychosozialen und pädagogischen Arbeitsfeldern, am systemischen Beziehungswelten interessierte Personen