Beschreibung
Mobbing als Ursache von posttraumatischen Symptomen wurde zwar um die Jahrtausendwende in die Lehrbücher der Psychotraumatologie aufgenommen, doch in der allgemeinen medizinischen Diagnostik ist dies noch immer nicht der Fall – mit fatalen Folgen für Mobbingopfer bei Begutachtung und Therapie.
Unschlüssigkeit hinsichtlich der Definition des Mobbingbegriffs, Trägheit unserer Diagnosesysteme, die neue Erkenntnisse nur langsam umsetzen, sowie die damit verbundene Leitlinientherapie bergen massive Gefahren dafür, dass Menschen mit Mobbingerfahrung erneut Opfer innerhalb des Helfernetzwerks werden.
Die Fortbildung soll eine Einführung in die Welt der systemisch-integrativen Psychotraumatologie bieten, systemische Konzepte und Methoden in der Arbeit mit inneren und äußeren Systemen bei Mobbingerfahrung aufzeigen und eine adäquate Haltung gegenüber von Mobbing betroffenen KlientInnen vermitteln, um diese vor einer erneuten Opferrolle zu schützen.
Das Seminar beinhaltet
a. Theoretischer Teil
- Was ist ein Trauma? Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) - die posttraumatische Anpassungsleistung; Traumakompensatorische Muster; Werte und Haltungen in der Traumaberatung
- Psycho- und Neuroedukation
- Was ist Mobbing; Verbindung Mobbing und Trauma; Studien zu PTBS und Mobbing; Ausmaß und Dauer des Mobbings und Traumafolgen (30 min Theorie)
- Grundlagen des traumasensibles Arbeitens im Beratungssetting
- Strategien zur Herstellung von Sicherheit und Stressreduktion im Kontakt mit Betroffenen (Traumapädagogisch-klientenzentrierte Gesprächsführung)
b. Praktischer Teil
- Umgang mit Flashbacks und dissoziativen Zuständen
- Ressourcen- und Stabilisierungsarbeit
- Impacttechniken und Geschichten im Beratungssetting
- Strategien der Selbstfürsorge (Psychohygiene)
Arbeitsmethoden
Diverse Übungen in den Bereichen systemische Neuro- und Psychoedukation, Ressourcenarbeit, Stabilisierungstechniken, Traumabegegnung (bzw. Konfrontation) sowie Psychohygiene. Des Weiteren Demonstrationen mit FB-TeilnehmerInnen als auch Filme/Bandaufnahmen aus der eigenen Praxis. Hoher Selbsterfahrungsanteil!
Zielgruppen
Diese Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus dem sozialen und medizinischen Bereich mit/ohne zusätzliche Therapieausbildung, die mit dieser Klientel therapeutisch und/oder pädagogisch arbeiten, einen ersten Ein- bzw. Überblick über das traumatherapeutische/-pädagogische Arbeiten bekommen und ihren Fundus erweitern möchten. Interessenten sollten für sich prüfen, dass ihre eigene derzeitige psychische Stabilität ausreichend ist, um in der Fortbildung keine „Fehlalarme zu erleben“ (= nicht getriggert zu werden).